Ernährungsdschungel - Wieso machst du dich verrückt?

Eine Kolumne von Laura Helser

Das Thema Ernährung wurde noch nie so heiß diskutiert, wie heute. Vegan, rohvegan, vegetarisch, paleo, pescetarisch, high carb, low carb, ayuvedisch - unzählig viele Ernährungsformen liegen im Trend. Doch welche ist nun die Richtige?

Jeder zweite ist Experte und gibt uns wertvolle Tipps, warum nur diese eine Ernährungsform funktioniert - besonders sichtbar ist dies natürlich in den sozialen Medien. Anstatt auf den eigenen Körper zu hören werden sämtliche Diäten ausprobiert, Kalorien rauf und runter gerechnet und Idole nachgeahmt um abzunehmen, Muskeln aufzubauen oder fitter zu werden.

Auch ich hatte Wochen, wo mich das Ganze einfach verwirrt hat. Vegan eingekauft, hat mir mein morgendlicher Magerquark gefehlt. Wurde paleo gekocht, fehlten mir Hülsenfrüchte und Haferflocken. Kohlenhydrate machen dick, Fleisch macht krank, Smoothies enthalten zu viel Zucker, die Avocado enthält zu viel Fett, Weizen ist ungesund, Proteinshakes lassen die Muskeln wachsen, Superfoods halten uns fit und wenn gar nichts mehr geht, macht man halt mal eben eine Kur, bei der Mahlzeiten gegen Shakes ausgetauscht werden - seriously?!

Warum? Warum müssen Lebensmittel in gut und schlecht unterteilt werden? Warum gibt es nur schwarz oder weiß?

Immer wieder habe ich gemerkt, dass ich eigentlich überhaupt keine Lust habe mich an eine bestimmte Ernährungsform zu halten. Ich finde jede Ernährung auf ihre Weise toll, probiere super gerne Neues aus, aber für mich ist es mittlerweile eher eine kulinarische Reise. Und zwar nicht nur durch verschiedene Länder, sondern durch verschiedene Ernährungsformen! Heute gibt es veganes Abendessen (oft merke ich erst im Nachhinein, dass die Mahlzeit vegan war), morgen kochen wir paleo aus einem Kochbuch, übermorgen gehen wir zum Vietnamesen und am Freitag geht’s zum Italiener. Ich liebe es neue Dinge auszuprobieren und ja, tatsächlich finden sich Weizen und Industriezucker nur selten in meinem Alltag. Wieso? Weil ich dies durch nährstoffreichere Lebensmittel tauschen kann, die mich länger sättigen und mir gut tun. 

Beispielsweise tausche ich Weizen gerne gegen Buchweizen, Dinkel oder Quinoa. Kokosblütenzucker oder Honig verwende ich gerne an Stelle von Industriezucker. Aber wenn Omi Kuchen backt, esse ich diesen genauso! Und das ist sowas von okay! Auch Fleisch gibt es eher selten bei mir. Weil ich mit dem Trend vegan mitgehen möchte? Nein - ganz sicher nicht. Mein Körper verlangt selten danach, mir fehlt Fleisch in der alltäglichen Ernährung nicht. Und wenn ich Fleisch esse, möchte ich es aus artgerechter Tierhaltung kaufen - das ist dann meist Bioqualität und/oder vom Bauern. Obst und Gemüse habe ich schon als Kind geliebt, deswegen findet sich diese bunte Naturvielfalt auch zu jeder Mahlzeit auf meinem Teller.

Fakt ist: Jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch verspürt andere Gelüste. Es muss nicht diese eine Ernährungsform geben, an die du dich hältst. Warum auch? Wo bleibt da eigentlich der Genuss? Wo bleibt der Verstand? Wo bleibt DEIN Körpergefühl?

Nimm dir doch mal bewusst Zeit auf dein Körpergefühl zu hören. Nimm den Stress raus. Mach dich nicht verrückt. Keiner hat dir vorzuschreiben, wie du dich ernähren sollst. Hör auf dich. Erschaffe deine Wohlfühlernährung!

Laura Helser ist seit April 2016 im Team fitogram. Nebenberuflich ist sie als Personal Trainerin tätig und gibt wöchentlich Outdoor Workouts in Köln Ehrenfeld. Ihr Ziel? So viele Menschen wie möglich zu einem gesunden Lifestyle zu inspirieren, der vor allem Spaß macht. Auf www.teamloa.de bloggt sie über Ernährung, Fitness und ihre Lieblings-Cafés & Events im Raum Köln. 
Autor

Autor

In der fitogram Kolumne veröffentlichen wir regelmäßig interessante Gastartikel befreundeter Blogger. Hast Du eine interessante Idee und möchtest bei uns veröffentlicht werden? Dann schreib uns eine Mail an jb@fitogram.de