Max Sandritter: "Mein Vater ist für mich ein Vorbild" - Teil 2

Max sandritter und jochen schweizer copyright alexander trienitz
23. Februar 2015


Neben der Leidenschaft für Motorsport fliegst Du Helikopter, gehst Freeriden und Motorradfahren – ist es das Adrenalin, das Dich am Extremsport so fasziniert?

Was mich besonders fasziniert ist die Chance über sich hinaus zu wachsen. Schon als Kind habe ich die Herausforderung gesucht. Den Satz `Kann ich nicht´ gab es für mich nicht. Auch heute noch bin ich stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten meine Grenzen zu testen und an neuen Aufgaben zu wachsen. Aber natürlich spielt beim Extremsport auch der Adrenalinfaktor eine Rolle.


Welche sportliche Erfahrung war bisher die größte Herausforderung?

Meine erste Saison in der ADAC GT Masters war wohl die bisher größte Herausforderung. Zwar hatte ich schon erste Erfahrungen im Motorsport gesammelt, jedoch wurde mir dort wirklich bewusst, was es bedeutet professionell Rennen zu fahren und welche Herausforderungen damit einhergehen.


Gibt es auch eine Grenze, bei der Du sagst: "Das ist mir zu gefährlich?"

Generell bin ich eine Person, die sich selbst fordert und Grenzen austestet. Natürlich gibt es aber auch Situationen, in denen ich abwäge, wie hoch das Risiko ist. Beim Heli Skiing gab es beispielsweise einen Abhang, der schwierig einzuschätzen war. Wenn in solchen Situationen das Risiko überwiegt, handle ich verantwortungsbewusst und suche nach einer alternativen Möglichkeit.


Gibt es auch schon mal Unstimmigkeiten zwischen Deinem Vater und Dir oder ist für beide keine Herausforderung zu groß?

Obwohl wir beide zeitlich sehr stark eingebunden sind, versuchen wir regelmäßig Aktivitäten gemeinsam zu unternehmen. Meine Highlights sind die gemeinsamen Ausflüge und Reisen mit meinem Dad und meinem Bruder Tino. Diese Zeit ist besonders intensiv, da wir uns häufig etwas Außergewöhnliches vornehmen. Zum Beispiel haben wir mit einem alten Mahagoni Schmugglerboot in Guatemala den Rio Dulche durch den Dschungel bis in die Karibik befahren oder sind mit Motorrädern durch Laos und Kambodscha unterwegs gewesen. Das sind Herausforderungen, die wir gemeinsam meistern und die unsere Beziehung noch mehr stärken.


Wie groß sind die Erwartungen, wenn man weiß, dass der Vater sehr viel in seinem Leben erreicht hat – Weltrekorde aufgestellt, ein Unternehmen gegründet...?

Mein Vater hat viel in seinem Leben erreicht, hat viele Höhen und Tiefe durchlebt. Das hat auch mein Leben geprägt. Ich habe großen Respekt vor dem, was er sich im Laufe seines Lebens erarbeitet hat. Er hat mir immer wieder aufs Neue gezeigt, dass es sich lohnt für seine Ziele zu kämpfen. Meine Erwartungen an mich selbst sind sehr hoch, aber durch meinen Vater habe ich auch gelernt, dass man mit einem starken Willen alles erreichen kann.


Zu Deinem 18. Geburtstag hast Du einen Tag Rennautofahren auf dem Salzburgring geschenkt bekommen. Gibt es ein Jochen-Schweizer-Abenteuer, das Du in Zukunft gerne erleben würdest?

Mittlerweile gibt es bei Jochen Schweizer mehr als 1.600 Erlebnisse, aus denen man wählen kann. Da sind viele dabei, die ich gerne noch erleben möchte wie das Sportcamp auf Mallorca, die Fatbike-Tour in Tirol oder auch den L-39 Albatros Jet Flug. Das sind Erlebnisse, die nicht alltäglich sind. Aber es gibt auch entspannende Erlebnisse, die ich gerne mache. Da mein Vater und ich gerne zusammen kochen, finde ich die vielfältigen Kochkurse toll oder zur Entspannung auch einige Wellness- und Massageangebote.


Was ist Dein persönliches Ziel in Zukunft?

Für mich, aber besonders auch für meine Familie, wünsche ich mir eine erfolgreiche und glückliche Zukunft. Um das zu erreichen, bin ich bestrebt weiterhin immer mein Bestes zu geben.


Zur Person

Max Sandritter kam relativ spät zum Motorsport, überzeugte aber schnell: Seine Debütsaison schloss der ausgebildete KFZ-Mechatroniker als bester Neuling sogleich auf dem achten Platz ab. Danach ging es für den 25-Jährigen kontinuierlich nach oben. Mittlerweile hat er sich im GT-Sport etabliert, immer unterstützt von seinem Vater Jochen Schweizer, der als Unternehmer, Weltrekordhalter und Wegbereiter des Bungeesports bekannt ist. Sollte es mit der Rennkarriere doch nicht klappen, weiß Sandritter schon, was er stattdessen werden möchte: Helikopterpilot.


Bilder: Alexander Trienitz, Stev Bonhage

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Catrin hat Sportjournalismus in Köln studiert. Wenn sie nicht über Sport schreibt, ist sie selbst aktiv: auf dem Tennisplatz und im Fitnessstudio. Seit Oktober 2014 schreibt sie für fitogram - natürlich über alles rund um das Thema Bewegung.