Michael Linden: "Fitnesstraining ist eine Lebenseinstellung"

Personal Trainer Michael Linden aus Siegburg

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16. Oktober 2015

Michael Linden ist Personal Trainer aus Siegburg und berichtet über Anfängerfehler, das Schönste an seinem Job als Personal Trainer und seine Lieblingsübungen.

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4 schnelle Fragen

Eigengewicht oder Geräte?

Bevor man mit Übungen wie beispielsweise der Kniebeuge mit Langhantel und 100 kg anfängt, sollte man zuerst mit dem eigenen Körpergewicht üben. Für später gilt – die Mischung macht's.

Drinnen oder Draußen?

Das Training draußen hat für mich mehr positive Aspekte, wie zum Beispiel die Stärkung des Immunsystems. Meine Kunden und ich trainieren meistens im Freien.

Dein größter Fehler als Fitnessanfänger?

Der war schmerzhaft. Zu viel Gewicht beim Kurzhantelbankdrücken. Schulter hinüber, 2 Monate Pause. Tipp an alle: Sucht euch nur Rat beim Fachpersonal!

Proteinshake oder Quark?

Beide Protein-Quellen haben ihre Vorteile. Nicht viel hilft viel. Ein Shake oder 50g Magerquark nach dem Training reichen aus.


Warum bist du Personal Trainer geworden?

Ich habe das Glück, dass der Sport zu meinem Beruf wurde. Fitnesstraining ist für mich eine Lebenseinstellung. Bei mir dreht sich von 24 Stunden ca. 18 Stunden alles um das Thema Fitness. 6 Stunden schlafe ich.

Personal Trainer zu sein bedeutet für mich aber nicht nur mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben – ich kann damit Menschen beim Erreichen ihrer Ziele helfen und lebe darin auf.

Kurz und knapp könnte ich ein Zitat aus dem Film Pain & Gain abwandeln und sagen: ,,Mein Name ist Michael und ich glaube an Fitness!” (natürlich ohne die kriminellen Machenschaften aus dem Film).


Was ist das Schönste an deinem Beruf?

Tagtäglich zu sehen, wie sich meine Kunden körperlich zum Positiven verändern. Dabei zu helfen, dass sie sich wohler fühlen, gesünder werden und ihre Ziele erreichen.

Meine ersten Kunden waren vier junge Männer, die ich heute noch betreue. Einer von ihnen schrieb mir vor einer Woche morgens früh, wann wir das nächste mal trainieren und dass er hoch motiviert ist. Das gibt einem ein tolles Gefühl.


Welche drei Eigenschaften sind am wichtigsten, um die eigenen Fitnessziele zu erreichen?

  • Eigenwille, Mut und Disziplin

Der Wille, den Lebensstil zu verändern, muss von einem selbst ausgehen. Der Arzt sagt: “Du musst Sport machen!” funktioniert nicht. ICH will Sport machen, ICH will gesünder leben, ICH will ein Ziel erreichen – DAS funktioniert!

Ist der Wille da, kommt der Mut loszulegen. „Ich fange nächste Woche damit an“ – vergiss es. JETZT!

Hat man jetzt also den Mut gefunden loszulegen, kommt der schwierigste Teil – Disziplin. Die Faustregel lautet: Aufgeben gibt’s nicht! Sich gehen lassen und das Training vernachlässigen – no way! Zieh es durch!


Was sind deine Lieblingsübungen?

  • Platz 3 - Butterfly

Butterfly – Ja ich weiß, super Klischee. Ich wandele die Übung meist etwas ab, indem ich den Rücken nicht an der Lehne abstütze. So zwinge ich mich eine optimale Körperhaltung während der Übung zu halten und trainiere parallel den Rumpf und stabilisierende tiefliegende Muskeln mit.

Zähle ich die Übung als funktionelle Kraftübung für den Alltag? Na klar! Schon mal jemanden richtig fest umarmt?!

  • Platz 2 - Der Turkish get up

Der Turkish get up ist eine Ganzkörperübung mit Kettelbells, die einem das Maximalste abverlangen kann. Sie ist durch variable Gewichte für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet.

  • Platz 1: Stoßen (Gewichtheben)

Meine persönliche Nummer 1 ist das Stoßen, auch wenn ich es natürlich nicht mit olympischen Gewichten ausführe. Die Übung ist für mich persönlich so toll, da viele Muskelgruppen beteiligt sind und es eine Mischung aus kraftvollen, explosiven und stabilisierenden Elementen ist.


Welche Fehler sollten Fitnessanfänger auf jeden Fall vermeiden?

Holt euch niemals von unqualifizierten Hobbysportlern Rat! Das kann schlimm enden!
Sollte man sich aufgrund von Erkrankungen unsicher sein, ob man sportgeeignet ist – auf keinen Fall einfach drauf los trainieren! Immer vorher vom Arzt abklären lassen!
Nicht zu große Ziele für einen zu kurzen Zeitraum setzen. Kleinere Ziele für ein oder zwei Monate, das reicht. Diese sind erreichbar und motivieren euch längerfristig.

Welche Rolle spielt Ernährung für Deine Arbeit als Personal Trainer?

Ernährung spielt für mich eine wichtige, aber nicht die wichtigste Rolle. Ich bin der Meinung, dass man nicht auf alles verzichten soll. Von Diäten jeglicher Art halte ich gar nichts. Weder Atkins noch Trennkost. Eine sinnvolle Reduktion des Körpergewichts findet auf ganzheitlicher Ebene statt – gesünder essen und Sport. Viele meiner Kunden fragen mich nach der besten Diät. Ich antworte jedes mal gleich: „Gibt's nicht!“.

Ein Muskelzuwachs erhöht den Grundumsatz. Gesund zu essen ist eine Sache, Diät zu halten eine andere. Durch eine langfristig gesündere, aber ab und an auch sündhafte Ernährung in Kombination mit Sport wirst du auf Dauer gesehen bessere und konstante Erfolge haben.


Zur Person: Als Kind und Jugendlicher war Michael selbst übergewichtig, heute unterstützt er seine Kunden dabei, die individuellen Fitness-Ziele zu erreichen. Michael ist Personal Trainer in Siegburg, bietet aber auch Kleingruppen-Training an. Wenn es das Wetter zulässt, wird draußen trainiert. Denn: "Outdoor-Training ist gut für das Immunsystem", sagt Michael. Aber auch Indoor-Training mithilfe von Kleingeräten, Hanteln und anderen Utensilien bietet er als Personal Trainer in Siegburg und Umgebung (bis Köln) an.